Täglich fallen in unserem Leben viele verschiedene Arten von Müll an. Es beginnt bei einem leeren Jogurtbecher und geht mit Gemüseverpackungen, dem schnell aus der Mode gekommenen Shirt und dem kaputten Fahrrad, auf dessen Reparatur man keine Lust hat, weiter. Die Beispiele sind endlos und sicher haben sich nicht wenige von uns schon oft über einen Mülleimer gewundert, der in kürzester Zeit, spätestens aber nach einem Einkauf im Supermarkt, schon wieder voll war. Und dabei ist eines klar: ein großer Teil dieses Abfalls schädigt die Umwelt. Und nicht nur das. Lamgfristig betrachtet kostet er uns Geld, weil vermeintlich billigere Produkte immer wieder neu gekauft und ersetzt werden müssen. Bei einem T-Shirt, dessen Preis bei fünf Euro lag, dauert es eine Zeit, bis wir merken, dass ein etwas teureres Shirt für den vierfachen Preis, das aber achtmal solange hält, unseren Geldbeutel auf lange Sicht in Wahrheit mehr geschont hätte. Bei einem Fahrrad, das eigentlich nur eine neue Kette für 10 Euro gebraucht hätte, fallen 300 Euro für eine komplette Neuanschaffung schon deutlich mehr ins Gewicht. Und trotzdem gehen wir im Alltag oft den bequemen Weg. Da ist der Neukauf oft eine leichtere und schnellere Lösung als sich mit der Reparatur zu beschäftigen, – und das obwohl das Internet voll ist von hilfreichen Anleitungen und Videos für alle möglichen Probleme.

Und genau wie wir bei Neuanschaffungen nur den kurzfristigen Preis berücksichtigen, ignorieren wir, welchen Preis die Verschwendung der Ressourcen langfristig hat. Denn unser persönlicher Anteil an der Umweltverschmutzung scheint vordergründig eher gering zu sein, wenn man ihn an den großen Teilen der Weltbevölkerung misst, die sich so ähnlich verhalten wie wir. Unser persönliches Verhalten ändert nichts an der Gesamtsituation, könnte man denken. Zudem sind die direkten Folgen des Handelns eines Einzelnen kaum direkt erkennbar. Und doch haben all unsere Taten in der Summe einen erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Den Preis dafür zahlen wir nicht unmittelbar und ganz direkt zurechenbar vom eigenen Konton, doch schlussendlich zahlen wir ihn alle, – in der Form von vermehrten Naturkatastrophen, gesundheitlichen Schäden und einem zerstörten Lebensraum, der unser Lebensraum ist.

Hier setzt Zero Waste an. Zero Waste bedeutet, bei sich selbst damit zu beginnen den eigenen Ressourcenverbrauch zu hinterfragen und bewusst unnötige Verschwendung zu vermeiden. Dabei muss es nicht nur um Abfälle und Einwegverpackungen gehen. Unnötiger Konsum kann grundsätzlich hinterfragt werden. Denn Produkte, die nicht wirklich benötigt und daher garnicht erst gekauft werden, müssen auch nicht entsorgt werden.

Das Wort „Zero“ ist dabei eigentlich missverständlich. Denn in erster Linie geht es nicht darum, überhaupt keinen Müll mehr zu verursachen. Das wäre nahezu unmöglich. Vielmehr geht es aber darum, den eigenen Verbrauch bewusst zu hinterfragen und mögliche ressourcenschonende Alternativen zu nutzen. Das verringert die Umweltbelastungen, welche wir verursachen, und schont ganz nebenbei auch unseren eigenen Geldbeutel. Denn viele kleinere und unnötige Ausgaben zu vermeiden, kann langfristig betrachtet sehr viel Geld sparen.

 

Wie lässt sich Zero Waste zusammenfassen?

Am besten geht das wohl mit den „Fünf Rs“:

Refuse – Der erste und vielleicht sogar wichtigste Schritt: Verschwendung vermeiden (oder ablehnen), bevor sie überhaupt erst entsteht. Oft gibt es viele Tipps und Tricks, mit denen Abfall von Beginn an überflüssig wird. Im Supermarkt gibt es lose und abgepackte Tomaten, einen Beutel zum Einkaufen direkt mitzubringen ist reine Gewohnheit, und eine aufgegangene Naht kann man mit etwas Übung selbst schließen, ohne dass das T-Shirt in den Müll wandern muss. So muss man weniger Müll nach Hause schleppen, und weniger oft zum Müll rausgehen. Auch auf diverse Give-aways abzulehnen oder diese nicht mitzunehmen, weil man diese sowieso nicht braucht, spart unnötigen Abfall ein.

Reduce – Mancher Abfall lässt sich nicht vermeiden, aber müssen es zum Beispiel wirklich drei neue Kleider sein? Auch kann es helfen, sich einmal zuhause umzusehen: braucht man all diese Gegenstände wirklich? Wann hat man sie das letzte Mal genutzt? Viele Gegenstände nehmen Platz weg, ohne dass sie einen wirklichen Zweck erfüllen. Vielleicht kann jemand anderes sie eher brauchen? Second-Hand-Läden und Zu-Verschenken-Portale sind optimale Foren, um Ressourcen besser zu verteilen und Platz für das Wesentliche zu schaffen. Wer sich darüber hinaus bewusst wird, was für Dinge er eigentlich in seinem Leben braucht, kann bei der nächsten Einkaufstour auch verschiedenen Versuchungen besser widerstehen. Die Feststellung, dass man einen Gegenstand zwar schön findet, ihn aber nicht wirklich benötigt und dafür nur einen Platz in einem eh schon vollgestellten Regal finden muss, kann einen vor manchen unnötigen Käufen bewahren.

Reuse – Vieles lässt sich wieder verwenden oder reparieren. An kurzlebigen oder nur einmal nutzbaren Produkten verdienen nicht wir, sondern vor allem die Industrie, die uns immer wieder dasselbe verkaufen kann. Einwegrasierer und Papiertüten beim Bäcker sind eigentlich überflüssig. Für all diese Wegwerfprodukte gibt es nachhaltige Alternativen. Aus alten T-Shirts kann man Putzlappen machen und manche Plastikverpackungen, die sich nicht vermeiden lassen, können zumindest noch als Müllbeutel für den kleinen Rest an unvermeidbarem Müll verwendet werden.

Recycle – Dauerhaft gar keinen Abfall zu produzieren, ist sicher wenig realistisch. Aber aus manchen vermeintlichen Abfällen sind bereits die tollsten Dinge entstanden. So sind Möbel aus Europaletten zu einigen Anlässen sehr gefragt und alte Weinkisten können zu schönen Regalen werden. Hier ist nur eines wichtig: Kreativität. Recycling kann darüber hinaus auch bedeuten, beispielsweise Einmachgläser weiterhin zum Befüllen zu verwenden oder diese zumindest zum Altglas Container zu bringen, anstatt sie in den Restmüll zu werfen. Denn Glas kann, im Gegensatz zu Plastik, nahezu unendlich oft wieder eingeschmolzen und neu verwendet werden.

Rot – Küchenabfälle gibt es immer. In vielen Wohnungen gibt es jedoch keine Bio-Tonne oder die Möglichkeit, einen Komposthaufen zu nutzen. Trotzdem lassen sich auch in Wohnungen mit Balkon kleine Komposttonnen einrichten und mit Kaffeesatzresten einige Pflanzen düngen.